Mühlsdorf
Mühlsdorf liegt in etwa 293 m Höhe über dem Meeresspiegel auf einer Bundsandsteinhochfläche zwischen dem Erlbach- und dem Schafbachtal sowie ca. 8 km nordwestlich von Gera entfernt. Der Ort hat 345 Einwohner (Stand: 01.01.2006). Dem Namen nach ist Mühlsdorf slawischen Ursprungs. Von der baulichen Anlage her stellt es aber ein typisches deutsches Straßendorf dar, was auf das Zusammenfließen von slawischen und deutschen Kulturelementen zurückzuführen ist.
Der Name Mühlsdorf hat in keiner Weise etwas mit einer Mühle zu tun und wird auf verschiedene Art aus slawischen Wurzeln gedeutet, z.B. aus "mjel", was flach, eben, glatt bedeutet. Das Dorf liegt ja tatsächlich auf einer ebenen Hochfläche.
Eine weitere Deutung kommt aus dem slawischen "mohyla", dies bedeutet Grabhügel.
Wenn man die Nachbarschaft mit dem bronzezeitlichen Gräberfeld in der nordöstlich gelegenen Cosse oder die Gräber auf dem südlich gelegenen Steinberg in Betracht zieht, so scheint der Ortsname als "Siedlung bei den Grabhügeln" durchaus plausibel erklärt.
Der zurzeit früheste sichere schriftliche Beleg von Mühlsdorf geht auf die Kirchenvisitationsakten der Reformationszeit zurück und stammt aus der 1. Kirchenvisitation des Pfarrers von Frankenthal, die am „Dornstag nach Egidii" im Jahr 1533 stattfand (4. September 1533).
In diesen Akten wurde Mühlsdorf als Ort mit einer Kapelle bezeichnet, der eine Filiale der Kirche von Fankenthal war.
Also muss das Kirchgebäude in seiner heutigen Form erst später nach der Reformationszeit entstanden sein. Der heutige Turm der Kirche stammt aus dem Jahr 1604.
Die ältesten Kirchenbücher von Mühlsdorf gehen auf das Jahr 1650 zurück.
Schriftlich belegte Nachweise über die eigenständige Existenz der Mühlsdorfer Schule gibt es vom Jahr 1701 bis 1952.
Die Kirche Mühlsdorf unterstand vor 1616 der Gerichtsbarkeit des Rittergutes Töppeln. Eigene Gerichte in Mühlsdorf wurden bei einer Veräußerung des Dorfes im Jahr 1616 gebildet, sie erstreckten sich auf den Ort und die Flur von Mühlsdorf.
Dieses Patrimonialgericht wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1855 aufgehoben.
Bis zum Jahr 1862 wurden die seit 1646 vorliegenden Lehen- und Handelsbücher des Patrimonialgerichts Mühlsdorf vom Justitzamt Gera fortgeführt und wurden in der weiteren Folge in den Bestand des Reußischen Amtsgerichts Gera eingeordnet.
Die Gemeinde Mühlsdorf wurde am 01.07.1950 nach Töppeln eingegliedert und hatte seit diesem Zeitpunkt keine eigenständige Gemeindeverwaltung mehr.
Am 03.06.1992 wurde Mühlsdorf als Ortsteil von Töppeln Mitglied in der Verwaltungsgemeinschaft „Erlbach-Stübnitz-Tal", welche 1996 wieder aufgelöst wurde.
Mit der Neugründung der Gemeinde Kraftsdorf, am 05.03.1996, wurde Mühlsdorf ein Ortsteil von Kraftsdorf.

